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Donnerstag, 22 Mai 2014 07:04

Raupenplage: Spuk der weißen Gespinste

Pressemitteilung der Landwirtschaftskammer vom 14.05.2014:   In den vergangenen Tagen häuften sich die Anrufe besorgter Bürger und Gemeindemitarbeiter bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Ursache dafür sind die mancherorts zu beobachtenden weißen Gespinste, die in der freien Natur, am Straßenrand oder im eigenen Garten Gehölze zum Teil vollständig umhüllen. Bei genauem Hinsehen findet man darin Massen kleiner, gefräßiger Raupen, die die Pflanzen nach und nach kahl fressen und Sträucher und Bäume geradezu geisterhaft erscheinen lassen.
      Das alles ist kein Grund zur Panik, wissen die Experten vom Pflanzenschutzamt der Kammer. Denn so plötzlich wie der Spuk kam, verschwindet er auch wieder. Die Raupen verpuppen sich, das Gespinst zerfällt bei Wind und Regen, die Pflanzen ersetzen die verlorenen Blätter mit dem Johannistrieb und erholen sich in aller Regel gut. Gegenmaßnahmen machen jetzt keinen Sinn mehr. Mit chemischen Präparaten ist den Raupen im Innern des Gespinstes ohnehin nicht beizukommen. Wer noch handeln möchte, kann kleine „Nester“ von Hand entfernen bzw. herausschneiden. Chemische Präparate gegen Schmetterlingsraupen machen nur Sinn bei wertvollen Pflanzen nach mehrjähriger Schädigung. Der optimale Termin dafür ist etwa Anfang Mai, bevor das Gespinst entstanden ist. Verursacher dieser geisterhaften Erscheinung, die jährlich und regional unterschiedlich stark auftreten kann, sind verschiedene Gespinstmotten-Arten. Die jetzt aktiven Raupen stammen aus Eiern, die bereits im vergangenen Sommer gelegt wurden. Sie sind nach einigen Wochen geschlüpft und haben ohne Nahrungsaufnahme im ursprünglichen Gelege überwintert. Ab etwa Ende April/Anfang Mai beginnt das große Fressen – zunächst in den Knospen, später an den Blättern. Dabei schützt ein mehr oder minder dichtes Netz die gemeinschaftlich fressenden Raupen vor Witterungseinflüssen und Vögeln. Die Raupen sind etwa zwei Zentimeter lang, hellgelb bis graubraun und haben dunkle Punkte. Sie besitzen keine Haare und sind vollkommen harmlos für Mensch und Tier. Die Verpuppung erfolgt gemeinschaftlich im Gespinst etwa Mitte Juni. Nach abgeschlossener Umwandlung schlüpfen ab Ende Juni bis August die schlanken, etwa zwei Zentimeter langen Falter mit schwarzen Punkten auf den weißen Vorderflügeln.  

   

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